Selbstverteidigungskurse boomen. Insbesondere Frauen wollen sich gerne wehren können, wenn sie unangenehme Seitengassen-Erfahrungen machen. SWR3-Reporterin Sabrina Kemmer hat zwei Kampfkunst-Arten getestet: Krav Maga und Wing Chun.

Wing Chun – Verteidigung auf chinesisch

Die chinesische Kampfkunst Wing Chun ist dagegen auf präzise, technische Schläge und Tritte ausgelegt und ist – genau wie Krav Maga – besonders gut für Frauen geeignet, die sich im Ernstfall verteidigen wollen.

Schraubstock-Griff aus Stuttgart

Gelehrt wird die Selbstverteidigung unter anderem von Jörg in Stuttgart. Mein erster Eindruck: Der sieht so harmlos aus! 1,77m groß. 50 Jahre alt. 70 Kilo. Schlank. Er zeigt mir die erste Wing Chun-Übung: Da steht man x-beinig und mit nach vorne gebeugtem Becken da und macht Kung Fu-Bewegungen. Da dachte ich: Okay – da würden mich die Gangster auf der Straße sowas von hart auslachen! Aber genau durch solche intensiven Muskelübungen wirst du mit Wing Chun zur Maschine. Jörg hatte einen Griff wie ein Schraubstock hoch 10.

In 6 Monaten zur Maschine

„Also in den ersten 6 Monaten wirst du merken, wie deine Handgelenke kräftiger werden”, sagt Jörg. Und genau damit soll ich mich dann blitzschnell befreien können, wenn mich jemand packt und zum Beispiel ins Gebüsch ziehen will. Trockenübungen müssen also sein und nach einem einzigen Kampftraining ist noch keine Frau eine Superwoman.

Intensives Training muss sein!

Bis ich Wing Chun auf der Straße anwenden könnte, dauert es etwa ein Jahr. Zwei mal Training pro Woche und zuhause dann noch die Abläufe üben. Das ist viel Arbeit. Besonders wenn du einen Vollzeitjob hast. Trotzdem will ich natürlich bei Jörg auch mal ran: Kampftest mit Kampfpartnern.

Frau gegen Frau

Das besondere an dieser Kampfkunst ist: Ich lerne präzise, wo GENAU am Körper ich hinschlagen muss. Anatomie ist ein Bestandteil der Selbstverteidigung.

Es geht darum zu wissen, wo man treffen muss, damit man nicht so viel Kraft braucht.

Übrigens: Beim Training kämpfen vor allem Frauen mit Frauen. Wing Chun wurde nämlich auch von einer Frau erfunden. Vor 400 Jahren von einer Nonne in China, die einfach das Kung Fu der Shaolin Mönche etwas auf weiblichere Bedürfnisse abgeändert hat.

Wir empfehlen einen Selbstverteidigungskurs entweder auf Kampfkunst oder auf Kampfsport basierend zu wählen, denn hier werden sehr effektive und einfach erlernbare alltagstaugliche Techniken und Stragien vermittelt. Machen Sie ein Probetraining um zu erleben wie der Kurs sich anfühlt, denn nicht jedes Selbstverteidigungssystem ist für jeden geeignet.

Überzeugen Sie sich in einer kostenlosen Probestunde von unserem Angebot:

Ihr Ansprechpartner ist Jörg Wiggershaus

Mittwoch: 18:30 Uhr – 20:00 Uhr  Frauen Selbstverteidigung
Teilnahme ist nur nach telefonischer Voranmeldung möglich.

SWR 3 Interview

von Sabrina Kemmer, Kira Urschinger, Jörg WIggershaus

Selbstverteidigungsexperte Jörg Wiggershaus erklärt, wie man ordentlich drauf haut.